„Fake oder War doch nur Spaß“. So heißt die spannende Produktion zu Liebe, Neid und Cybermobbing, die das Theater Ensemble Radiks aus Berlin am 16.12. im Stil von Brechts epischem Theater an der JBA aufführte.
Mit einem Wechsel von Spielszenen und erzählenden Einschüben war der 8. Jahrgang schnell von der Handlung um die 17-jährige Lea, ihre Freundin Nadine, den Freund Jo und den intriganten Schönling Andy gefangen, die Jonas Kuczera und Katharina Hasselmann in wechselnden Rollen gekonnt in Szene setzten.
Lea träumt den Traum einer Musikerinnenkarriere. Ihr Erfolg bei einem Hinterhof-Casting löst den Neid ihrer Freundin Nadine aus, die sie daraufhin aus der gemeinsamen Band mobben will. Und das geschieht medial so schnell, dass niemand mehr Einfluss auf Hasskommentare und Bloßstellungen nehmen kann. Nach einem kurzen Versuch, durch einen RAP im Netz zurückzuschlagen, bleibt Lea nur noch der Rückzug in die eigenen vier Wände und der Versuch, sich das Leben zu nehmen.
Alles Bemühen des Lehrers und des strengen Vaters, Lea zu helfen, sind erfolglos. Leas frühere Freunde übernehmen keine Verantwortung oder hetzen weiter gegen sie. War ja nur Spaß.
Am Ende ist Lea zu tief von ihrem Freund Andy enttäuscht. Sie merkt, dass er sie nicht liebt und sich nur die ganze Zeit lustig über sie gemacht hat. Zu hilflos fühlt sie sich gegenüber dem Cybermobbing, das sich im Netzt verselbstständigt hat.
Unterstützt wurde das gelungene Spiel von Jonas Kuszera und Katharina Hasselmann durch die Bühnentechniker unseres WP-Kurses Veranstaltungstechnik Sergej Maier und Yasin Chedli. Sie brachten das Spiel vor dem übergroßen Graffiti mit dem Schriftzug „Fake“ in gutes Licht und Ton.
Die anschließende Fragerunde nach der Aufführung mit den beiden Akteuren wechselte schnell vom Bühnenstück zu Fragen um den Schauspielberuf und die weitere Tournee. In den Klassen gingen die Gespräche noch weiter. Wer hat sich richtig, wer falsch verhalten? Was hätte Lea anders machen können.
(J. Borges)