Bunkerwahn in Bremen

Die 10. Klassen beim U-Boot-Bunker Valentin

Den Rüstungswahn der Nationalsozialisten im 2. Weltkrieg haben am 13.09.19 die Klassen 10.1 und 10.2 am Beispiel des U-Boot-Bunkers Valentin in Farge bei ihrem Besuch der Bauruine kennen gelernt. Das Bauwerk liegt an der Weser, da U-Boote die im Bunker gebaut werden sollten, von dortaus direkt losfahren sollten.

 

An dem Bunker, der nie fertig gestellt wurde, arbeiteten in den Jahren von 1943 bis 1945 Zwangsarbeiter aus vielen europäischen Ländern.

 

Heute mutet der ganze Komplex eher wie eine heruntergekommene Industriehalle an. Die Dunkelheit und  die kalte Atmosphäre lassen die Besucherinnen erschauern. Bei unserem Besuch war es dazu draußen sehr kalt und windig, was die Situation noch düsterer wirken ließ. Der Eindruck wurde noch durch die ca. vier Meter dicke Decke mit ihren Bombeneinbrüchen und ihren herabhängenden Stahlarmierungen noch verstärkt.

 

Als wir im Bunker ankamen, hatte das Museumspersonal für jede Klasse bereits in einem anderen Raum einen Stuhlkreis aufgebaut. Von ausgelegten Bildern sollte sich jeder eines aussuchen, das irgendwie mit dem Bunker zu tun hatte, um eine erste Verbindung mit dem Bunker und seiner Geschichte herzustellen. Beispielsweise gab es dort ein Foto, worauf man einige Männer sehen konnte, die dort an einem U-Boot arbeiteten. Das Bild wurde neben dem Bunker gemacht, da man dort damals U-Boote für den zweiten Weltkrieg baute.

 

Anschließend gingen wir in Richtung Haupteingang, wo unser Begleiter uns anhand einer Diashow zeigte, wie sich die Umgebung von 1934 bis heute verändert hat. Beim abschließenden Gang empfanden wir Mitleid mit den Zwangsarbeitern und Ehrfurcht vor dem Schicksal, das sie erleiden mussten. Der Bunker beeindruckte durch seine Größe. Ein riesiger Bombenkrater an der Decke zeigte die Zerstörungskraft der Bomben, die im Jahr 1944 auf Bremen geworfen worden waren.

 

Auf dem Weg nach draußen gingen wir zu verschiedenen Stationen, wo wir viel über das Leben von Menschen während des 2. Weltkriegs und über ihre Lebenslage erfahren haben.

 

Den Zwangsarbeiter Klaas Tauber aus Amsterdam lernten wir am Ende der Führung in einem Film kennen. In dem Film erzählte er uns, wie und wieso er nach Deutschland kam und wie er hier lebte. Er war als Schlosser ausgebildet und musste im Februar 1943 als Fremdarbeiter nach Deutschland. Hier arbeitete er zuerst bei der Werft Bremer Vulkan. Nach einem Streit mit einem deutschen Mitarbeiter wurde er von der GeStaPo verhört, in ein Arbeitslager gesteckt und musste am Bunker Valentin mitbauen.

 

Für uns war neu, wie die Menschen gelebt haben und was sie alles durchgemacht haben. Es war auch sehr interessant, den Bunker von innen zu sehen im Gegensatz zu den Vorstellungen, die wir vorher hatten.

 

(10.3 Nazdar Amin, Angelina Hildermann, Berdan Genc, Mohammed Serif Miri und Niklas Henning)