Reise in unsere Hauptstadt

Abschlussfahrt des 10. Jahrgangs

Eine schöne Erinnerung haben sich die Schülerinnen und Schüler des 10. Jahrgangs bei ihrer  Jahrgangsfahrt nach Potsdam/ Berlin vom 27.8 bis zum 31.8.2018 geschaffen.

 

Nachdem sie seit mehr als fünf Jahren gemeinsam lernen, leben und lachen, ging es in die Hauptstadt. Übernachtet wurde in der Jugendherberge Potsdam („Haus der Jugend“). Die Leute dort waren nett und zuvorkommend. Auch wenn das Essen durchaus verbesserungswürdig war, fühlte sich der Jahrgang dort wohl. Da alle im selben Gebäudekomplex untergebracht waren, konnten auch klassenübergreifende Freundschaften gepflegt werden. Es heißt sogar, manch einer soll sich nach Anbruch der Bettruhe schwer getan haben, ins eigene Zimmer zu finden.

 

Sehr gelungen war auf jeden Fall die

Organisation der Aktivitäten. Das Verhältnis der Einzelaktivitäten der Klassen zu den gemeinsamen, jahrgangsbezogenen Unternehmungen stimmte einfach.

 

So amüsierten sich einige Klassen mit ihren Klassenlehrkräften im JUMP-House in Berlin Reinickendorf, andere im Filmstudio Babelsberg. Auch wurden größere Städte-Touren in Berlin organisiert. So ging es zum Brandenburger Tor, dam Mauermuseum CheckpointCharlie, dem Computerspiele-Museum und dem Mahnmal der Berliner Mauer.

 

Andere jagten sich gegenseitig beim Laser-Tag, gruselten sich im Berliner Dungeon oder knipsten gefühlt tausend Selfies im Madame Tussauds mit Promis wie Justin Biber, Barack Obama oder Donald Trump. Auch Potsdam blieb von Entdeckungen nicht verschont: Das Holländische Viertel mit seinen beeindruckenden Altbauten, das am Abend atemberaubend schön beleuchtete Schloss Sanssouci und auch die niedliche Innenstadt Potsdams wurden im Rahmen gemeinsamer Klassenaktivitäten besucht.

In der Mitte der Woche ging es dann zur großen Jahrgangsveranstaltung: Eine Reise ins Zentrum der Politik und Macht. Das Reichstagsgebäude und die Debatte mit Frau Elisabeth Motschmann (CDU).

 

Nachdem es zunächst hieß, dass sich alle auszuweisen und sich vor dem Einlass alphabetisch aufzustellen hätten, ging es doch sehr unkompliziert ins Paul-Löbe-Haus. Der Jahrgang wurde in den großen Speisesaal zum Essen geladen und durfte zwischen Nudeln, Kalbsmedaillon und Suppe wählen. Dazu gab es etwas zu trinken und eine leckeres Stück Kuchen.

 

Anschließend wurden alle in den großen

Sitzungssaal des Reichstags geführt und hörten von den Zuschauerplätzen aus einen interessanten Vortrag. Neben dem grundlegenden Aufbau des Saals, den einzelnen Funktionen und vor allem den Infos „Wer wo sitzt“, erfuhr man beispielsweise auch, dass der riesige Bundesadler im Hintergrund fast 60m² groß ist und knapp 2,5 Tonnen wiegt.

 

Die Gastgeberin, die CDU-Politikerin

Elisabeth Motschmann, empfing den Jahrgang  danach in einem Seminarraum. Sie stellte sich als Abgeordnete der CDU Bremen vor und schilderte ihren Arbeitsalltag. Neben ihrer Abgeordnetentätigkeit fungiert sie auch als Sprecherin für Kultur und Medien der Bundestagsfraktion. Interessant waren ihre Informationen bzgl. der internen Zusammenarbeit der Politiker untereinander.

Selbst für Abgeordnete gegnerischer Parteien, die bei politischen Themen gegensätzlicher Meinung sind, gilt:

Es herrscht ein freundliches und respektvolles Miteinander und mit dem einen oder anderen kann man am Ende des Tages sogar ein Bierchen trinken gehen.

 

Und es durften natürlich auch Fragen gestellt werden. Eine Schülerin hatte zum Beispiel nach Frau Motschmanns Meinung und Einstellung bzgl. der homosexuellen Eheschließung gefragt.

 

Dann näherte sich der Bundestagsbesuch dem Ende entgegen und wer zum Schluss noch Kraft und Lust hatte, konnte die Reichstagskuppel besichtigen und bis zur Spitze hochlaufen. Wir erfuhren dabei, dass der Weg ganz nach oben und zurück etwa einen halben Kilometer entspricht. Oben angekommen, sieht man nahezu jedes Berliner Wahrzeichen. Ein toller Abschluss.

 

Die 10.3b und 10.4b hatte eine Spezial-Mission:

Die Einladung vom Bundeskanzleramt und Frau Kappert-Gonther vom Bündnis 90/Die Grünen.

 

Nachdem im letzten Schuljahr die Schüler Darius, Leon, Georgi und Cedrik aus der 10.3b eigene Parteien gebildet hatten und ihre politischen Forderungen auf Wahlplakaten zum Ausdruck gebracht hatten, um diese dann in einem Brief an Frau Merkel einzufordern, wollte die Gruppe sie nun persönlich „zur Rede stellen“:

Warum läuft andauernd Werbung im Fernsehen?(Darius); Sind Sie eigentlich Vegetarierin? (Leon); Warum wird nicht mehr Geld in Forschung investiert? (Georgi) und Warum werden in Bremen Parzellengebiete abgerissen? (Cedrik) waren die zentralen Fragen.

 

Auch wenn die Gruppe diese Fragen im Bundeskanzleramt leider nicht los werden konnte, weil Frau Merkel ein wichtiges Treffen mit dem kroatischen Ministerpräsidenten hatte, führte immerhin ein netter Herr durch „das Büro“ (Cedrik) von Frau Merkel und erklärte uns, dass Frau Merkel gar nicht so wichtig sei. Nanu, ist sie nicht die mächtigste Frau Europas, wenn nicht sogar der Welt? Die nun zum dritten Mal wieder gewählte Kanzlerin der Deutschen. Das wäre sie mitnichten, aber über ihr (auch bewusst architektonisch so angelegt) stehe der vom Volk gewählte Deutsche Bundestag, zu dem sie von ihrem Platz in der Ministerrunde, aber auch von ihrem Arbeitszimmer aus hochgucken muss und sie trotz Richtlinienkompetenz zu Bescheidenheit mahnen soll.

 

Gut, dass am nächsten Tag der noch wichtigeres Gebäude auf dem Programm stand! Die Gruppe reiste wieder mit der S7 von Potsdam aus an. Nach einem Selfie auf der Spreebrücke Richtung Bundestag, sollte es wieder spannend werden. Diesmal sollte ein für die deutsche Geschichte noch bedeutsameres Gebäude mit der von allen gemochten Nachbarklasse 10.4b kennengelernt werden: Der Bundestag. Auf dem Weg zur Einlasskontrolle zeigte sich der Fraktionsvorsitzende der CSU Alexander Dobrindt im Interview. Ist das unsere neue Mediendemokratie?

 

Zum Einlass hatten Lehrer und Schüler sorgfältigst die Schüler- und Personalausweise vorbereitet, sodass sie die Einlasskontrolle ohne alphabetisches Aufstellen überstanden, jedoch auch ohne ihre Wasserflaschen. Als erstes wurde das Parlament mit seiner Geschichte vorgestellt. Da waren doch die Fensterputzer für die meisten interessanter.

 

Es wurde aber ja auch nicht die Frage beantwortet, ob es schon mal Hackerangriffe auf die Abstimmungs-Monitore gegeben hat!

 

Nach dem Vortrag ging es auf die Reichstagskuppel mit einem beeindruckenden Panoramablick auf Berlin und dem Gefühl den (leider nicht anwesenden) Politikern auf den Kopf gestiegen zu sein.

Nach einer vorzüglichen Stärkung in der Cafeteria des Paul-Löbe-Hauses. Einige hätten beinah versucht den Cola-Getränkespender leer zu trinken.

 

Doch dann ging es zu der Politikerin, bei der alle ihre Fragen loswerden konnten. Frau Kappert-Gonther findet zu viel Werbung übertrieben. Sie ist für Forschung ohne Tierversuche. Sie ernährt sich vegan und auf Geschäftsreisen vegetarisch und ist für den Erhalt von Parzellengebieten. Mal gucken wie lange das Kaisenhaus von Cedriks Opa noch

stehen wird … .